Omaha-Regeln (No Limit Omaha)

Grundsätzliches

Omaha ist eine Variante im Pokerspiel. Bei diesem Gesellschaftskartenspiel wird um Einsätze (Chips) gewettet. Gespielt wird mit einem herkömmlichen 52-Karten-Deck. Mindestens zwei und höchstens elf Spieler können teilnehmen. Möchte man ein Turnier veranstalten, können theoretisch unendlich viele Spieler teilnehmen, wobei dann aber nur jeweils maximal elf Spieler an einem Tisch unter Verwendung eines Decks möglich sind. Ziel des Spiels ist es, sich alle vorhandenen Chips der Gegner anzueignen.

Benötigtes Material

52 Spielkarten Spielchips (pro Spieler wird eine Mindestzahl von zehn Chips empfohlen) Dealer-Button (Markierungs-Chip für die Position Button)

Vorbereitungen

Die Spieler nehmen an einem Tisch Platz. Jeder erhält die gleiche Menge an Chips. Es muss zunächst ein Dealer (Kartengeber) bestimmt werden. Der Dealer darf mitspielen, muss aber nicht. Nimmmt er teil, bekommt er den Dealer-Button zur Markierung. Fungiert er nur als Kartengeber, erhält der Spieler links von ihm den Dealer-Button.

Spielbeginn

Positionen

An erster Stelle (Button genannt) sitzt der Dealer (DL). Links von ihm sitzt der Small Blind (SB), einen Platz weiter links der Big Blind (BB). Dann folgen abhängig von der Gesamtanzahl der Teilnehmer am Tisch die Positionen Pos. 1 bis maximal Pos. 7. Der Spieler rechts neben dem Dealer ist der Cut-off (CO). Beim Spiel mit nur drei Personen entfällt der Cut-off, seine Position entspricht dann dem Big Blind. Eine Besonderheit stellt das Spiel zu zweit (Heads-up genannt) dar. In diesem Fall ist der Dealer sowohl der Button als auch der Small Blind auf einer Position, der Gegner ist dabei automatisch der Big Blind.

Blinds

Der SB und der BB müssen vor dem Austeilen der Karten in jeder neuen Runde jeweils einen kleinen festgelegten Einsatz bringen. Diese Einsätze (Blinds genannt) dienen dazu, die folgenden Wettrunden anzuregen. Beispielsweise setzt der SB 10 Chips und der BB 20 Chips. Diese Blinds werden vor den Spielern auf den Tisch gelegt.

Kartenverteilung

Der Kartengeber beginnt, links von sich im Uhrzeigersinn jeweils eine verdeckte Karten an einen Spieler auszuteilen, bis alle Spieler vier Karten vor sich liegen haben. Sie heißen Handkarten (Hole Cards). Den verbliebenen Stapel legt der Kartengeber verdeckt vor sich hin.

Bietrunden

In der ersten Bietrunde beginnt der Spieler links neben dem BB. Dieser Spieler wird UTG (under the gun) genannt. Danach folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn. Vor der zweiten Bietrunde wird der Flop (s. u.) ausgeteilt. Vor der dritten Bietrunde wird eine weitere Karte, der Turn (s. u.) zum Flop gelegt, bis schließlich vor der letzten Bietrunde die letzte Boardkarte, der River (s. u.), vom Kartengeber ausgeteilt wird.

Flop

Der Flop besteht aus drei Gemeinschaftskarten, die vom Kartengeber offen in die Mitte des Tisches gelegt werden. Zuvor “verbrennt” der Kartengeber aber die oberste Karte vom verdeckten Stapel, indem er sie verdeckt neben den Stapel ablegt. Diesen Vorgang nennt man Burnen (das Verbrennen), es dient dazu, einfache Schummelversuche vom Kartengeber zu unterbinden. Es folgt dann die zweite Bietrunde, die mit dem Spieler links neben dem Button, also dem SB, beginnt.

Turn

Nachdem die zweite Bietrunde beendet ist, verbrennt der Kartengeber wieder die oberste Stapelkarte und legt dann den Turn, die vierte Gemeinschaftskarte, zum Flop. Es folgt dann die dritte Bietrunde.

River

Nachdem die dritte Bietrunde beendet ist, verbrennt der Kartengeber erneut die oberste Stapelkarte und legt dann den River, die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte, zum Flop. Alle fünf Gemeinschaftskarten bilden das sogenannte Board. Anschließend folgt die vierte und letzte Bietrunde, die ebenfalls wieder beim SB startet.

Das Omaha-Blatt

Beim Omaha besteht ein Pokerblatt aus fünf Spielkarten, immer bestehend aus zwei Handkarten und drei Karten aus dem Board. Die besten fünf Karten, das beste Pokerblatt ((Link zur Reihenfolge der Pokerblatt-Wertungen)), gewinnt alle Chips, die sich im Pot (s. u.) befinden.

Einsätze und Pot

Alle getätigten Einsätze werden auf dem Tisch gesammelt und bilden den Pot (Topf). Der erste Spieler, der in einer Bietrunde an der Reihe ist, hat drei Handlungsmöglichkeiten: schieben (checken genannt), bieten (betten genannt) oder passen (fold genannt). Er entscheidet also, ob er auf sein mögliches Pokerblatt einen Einsatz wetten möchte oder nicht. Passt er, bedeutet dies, dass er seine Karten ablegt und nicht mehr an der kompletten Runde teilnimmt. Der nachfolgende Spieler kann auf ein Checken ebenfalls schieben oder aber selbst Chips einsetzen (betten). Auf einen Einsatz kann er nur mit einem Fold (Karten ablegen), einem Call (den geforderten Einsatz mitgehen) oder einem Raise (den Einsatz erhöhen) reagieren. Das Erhöhen bedeutet, dass er mindestens den Einsatz des Spielers rechts von ihm verdoppelt. Bei der Variante „No Limit“ ist es jederzeit möglich, die komplette Chipsmenge einzusetzen.

Eine Bietrunde dauert so lange, bis alle noch im Spiel befindlichen Spieler die gleiche Menge an Chips in den Pot eingezahlt haben. Setzt ein Spieler alle seine Chips ein, nennt man das ein All-in (er geht all-in). Aufgrund unterschiedlich großer Chipsmengen bei den einzelnen Spielern kann es vorkommen, dass Side Pots (Nebentöpfe, s. u.) gebildet werden müssen, da es beim Pokern nicht möglich ist, jemanden aus einer Hand zu drängen, weil man mehr Chips besitzt und ein Gegenspieler nicht mehr in der geforderten Höhe mitbieten kann. Der überschüssige Einsatz geht dann gegebenenfalls zurück an den Bieter.

Side Pots

Pots neben dem Hauptpot entstehen, wenn Spieler all-in gehen, aber nicht die geforderte Menge an Chips aufbringen können. Es kann mehrere Side Pots geben. Beispiel: Spieler A hat 100 Chips und setzt diese ein. Spieler B hat nur noch 80 Chips und geht ebenfalls damit all-in. Spieler C hat 200 Chips und callt den geforderten Einsatz von 100 Chips. Der Hauptpot enthält nun dreimal 80 Chips, der Side Pot 40 Chips, nämlich die überschüssigen 20 Chips von Spieler A und die 20 Chips von Spieler C. Spieler B ist an diesem Pot nicht beteiligt, da er die geforterten 20 Chips nicht aufbringen konnte.

Die Gewinnverteilung der Pots erfolgt nun getrennt. Am Hauptpot sind alle drei Spieler beteiligt, derjenige mit dem besten Pokerblatt gewinnt den Pot. Am Side Pot sind nur Spieler A und Spieler C beteiligt, diesen Pot gewinnt derjenige unter den beiden, der das beste Pokerblatt vorzeigen kann.

Chipsmenge und Blindlevel

Die Anzahl an Chips, die jeder Spieler vor Spielbeginn zur Verfügung hat, kann frei bestimmt werden und von Spieler zu Spieler unterschiedlich hoch sein. In der Regel sollten aber alle Spieler über gleiche Startvoraussetzungen verfügen, also dieselbe Menge an Chips vor sich liegen haben. Das Verhältnis zwischen Chipsmenge und Blindshöhe sollte zu Beginn so gewählt werden, dass die Blindeinsätze nicht zu teuer sind. Als Beispiel bietet sich an, jedem Spieler 1.000 Chips zu geben und die Blinds bei 10 (Small Blind) und 20 (Big Blind) starten zu lassen. Die Blinds können die komplette Spielzeit über gleich bleiben, man kann aber auch intervallartige Steigerungen der Blindhöhe vereinbaren. Als Beispiel lässt man alle zehn Minuten die Blinds um 50 bis 100 % steigen. Man beginnt also bei 10/20 und steigert sich im nächsten Level auf 15/30 Chips, danach auf 25/50, dann auf 50/75 usw.

Zu den Texas Hold em Regeln geht es hier