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Von Odds und Outs
Out sein ist etwas schlechtes, Outs haben etwas sehr, sehr gutes – zumindest im Poker. Wie immer wenn man sein Spiel verbessern will, ist der Feinschliff an den Grundlagen meistens der Beste Weg - im Fall Poker gehört dazu als elementarer Bestandteil die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Doch keine Angst: Wer von 1 – 52 rechnen kann, der wird diesen Artikel mit 99,9 prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 10 Minuten verstanden haben.
Zunächst einmal: Mit Outs sind alle sich noch im Deck befindlichen Karten gemeint, die unsere Hand bis zum Showdown noch verbessern. Wir machen also nichts anderes, als im Kopf alle Karten abzuzählen, welche unsere Hand aufwerten könnten. Logischerweise kann man nur dann Outs besitzen, wenn die letzte Karte, der River, noch nicht gedealt wurde.
Kleines Beispiel:
Wir halten Ah9h auf einem 10h5hKs Board. Um unsere Hand jetzt zu einem Flush zu verbessern, brauchen wir natürlich ein Herz auf Turn oder River. Wie berechnen wir aber jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert? Nun, eigentlich ganz einfach: Von jeder Farbe befinden sich genau 13 Karten im Deck. 4 der 13 Herzkarten sind allerdings schon verteilt, 2 auf unserer Hand und 2 auf dem Board. Demnach bleiben noch exakt 9 Herzkarten übrig, die unsere Hand zu einem Flush komplettieren können. Diese 9 Herzkarten bezeichnen wir in diesem Fall als unsere 9 Outs.
Bevor wir nun zur genauen Bestimmung der Wahrscheinlichkeiten kommen, noch ein weiteres Beispiel für das richtige Zählen eurer Outs:
Wir halten Jh10c und der Flop zeigt KsQc2h. Um eine Straight zu bekommen fehlt uns hier eine 9 oder ein Ass. Da 4 Neunen und 4 Asse im Deck enthalten sind, haben wir logischerweise 8 Outs zu unserer Straße.
Um zu gewinnen müssen es natürlich nicht immer die Nuts sein. Deswegen kann man in manchen Fällen mit noch einige Outs hinzuzählen:
Nehmen wir an das der Gegner aus unserem ersten Beispiel lediglich KQ hält, hier würde uns bereits ein Ass zum Sieg verhelfen. Wir können also zu den 9 Flushouts noch 3 Outs für die Asse hinzuzählen und halten demnach eine Hand mit ganzen 12 Outs.
Nun wisst ihr wie ihr die Outs, oder besser das Potential eurer Hand in Zahlen ausdrücken könnt. Um diese aber allgemein verständlich zu machen, müssen wir aus den Outs die Wahrscheinlichkeiten ableiten. Dazu setzen wir eure Outs mit den noch unbekannten Karten, im ersten Beispiel 47 (52 Karten im Deck – 2 Holecards – 3 Karten auf dem Flop) Gemäß folgender Formel in ein Verhältnis:
Wahrscheinlichkeit = 1 – ((47 – Outs) : 47 * (46 – Outs) : 46)
Die Faustregel
Nein, ihr müsst Zukünftig beim Pokerspielen nicht den Taschenrechner offen haben – denn zum Glück gibt es für diese Formel eine Art Bauernregel:
Bei der Wahrscheinlichkeit für das Eintreffen unseres Draws auf dem Turn gilt die Regel:
Outs mal 2 + 1
Für das Eintreffen auf dem Turn und/oder River gilt:
Outs mal 4 – 1
Das ist nicht nur ein Näherungswert, sondern gibt uns ziemlich exakt die Wahrscheinlichkeitsberechnung mit der „großen“ Formel wieder.
Für unser erstes Beispiel sähe die Berechnung mit der Faustregel beispielsweise wie Folgt aus:
9 * 2 + 1 = 19, also 19%, dass der Flush auf dem Turn ankommt; und 9 * 4 – 1, also 35 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass wir unseren Flush auf Turn und/oder River sehen werden. Die genauen Werte sind 19,1 bzw. 35 %, die Bauernregel greift.
Kleine Ausnahme: Ab 14 Outs sollte man die zweite Regel nicht mehr benutzen, da hier die tatsächlichen Ergebnisse immer weiter vom Näherungswert abweichen. Brauchen wir allerdings auch gar nicht: Denn ab 14 Outs sind wir in der Hand immer Favorit(bei 51,2 %) und als solcher sollten wir natürlich niemals folden.
Ihr habt nun die exakte und die fast exakte Berechnung der wichtigsten Pokerwahrscheinlichkeiten kennengelernt und so eine wichtige Orientierungshilfe in eurem Spiel erhalten. Im nächsten Artikel lernt ihr eine weitere Darstellunsvariante, die Odds kennen. Mithilfe dieser Form kann man Potgröße und Wahrscheinlichkeit sehr gut in Bezug zu einander bringen und erhält dabei die Information, ob ein Call mathematisch Korrekt ist – oder nicht.
Hier noch eine kleine Kontrolltabelle mit Outs und den dazu gehörigen Prozentangaben:
| Outs |
Flop bis zum Turn |
Flop bis zum River |
Handbeispiel |
| 1 |
2,1 % |
4,3 % |
kleineres Set |
| 2 |
4,3 % |
8,4 % |
|
| 3 |
6,4 % |
12,5 % |
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| 4 |
8,5 % |
16,5 % |
Gutshotdraw |
| 5 |
10,6 % |
20,4 % |
|
| 6 |
12,8 % |
24,1 % |
|
| 7 |
14,9 % |
27,8 % |
|
| 8 |
17,0 % |
31,5 % |
OESD |
| 9 |
19,2 % |
35,0 % |
Flush Draw |
| 10 |
21,3 % |
38,4 % |
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| 11 |
23,4 % |
41,7 % |
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| 12 |
25,5 % |
45,0 % |
|
| 13 |
27,7 % |
48,1 % |
|
| 14 |
29,8 % |
51,2 % |
|
| 15 |
31,9 % |
54,1 % |
Straightflushdraw |
| 16 |
34,0 % |
57,0 % |
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| 17 |
36,2 % |
59,8 % |
|
| 18 |
38,3 % |
62,4 % |
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| 19 |
40,4 % |
65,0 % |
|
| 20 |
42,6 % |
67,5 % |
Straight/Flushdraw+Pair |

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