Phil Collins pokert im Delirium – und schafft ein unglaubliches Comeback
Rocklegende, Schauspieler, Komponist – Pokerprofi? Die Rede ist natürlich nicht von Britpoplegende Phil Collins, sondern von Phil Collins, seines Zeichens Namensvetter, Internetprofi und amtierender Chipleader an Tag 2 der WPT Legends of Poker. 462 Spieler kamen ins Bicycle Casino nach Kalifornien um zu sehen und vielleicht auch zu siegen, denn im Preispool befinden sich immerhin beachtliche 2,15 Millionen Dollar, mit 750.000$ alleine für den Erstplatzierten. Kein Wunder also, dass auch ein Großteil des Highstakeszirkus am Sonntag bereits vor Ort war, um ein paar sonnige Tage in Bell Gardens zu verbringen und den heimischen Vitrinenschrank möglichst mit dem ein oder anderen WPT Titel zu bereichern. So gaben sich neben Berry Greenstein, Eric Baldwin und Daniel Negreanu auch Phil Helmuth und Faraz Jaka die Ehre, den Chiplead übernehmen sollte aber jemand ganz anderes.
Phil Collins fiebert dem Chiplead entgegen
24 Stunden ohne Schlaf, eine Lebensmittelvergiftung und ein Reststack von 13.000 Chips sind alles andere als ein guter Start in den Turniertag 2 der WPT Legends of Poker. Dennoch handelte der junge Internetprofi seinen Zustand wie ein Leistungssportler, in einer rasanten Aufwärtsfahrt vervielfachte er seinen Stack auf einen Endstand von 898.000 Chips, unter anderem gegen Eric Blair und Justin Young. Während die Hand gegen Blair mit QQ (Collins) gegen AQ (Blair) eigentlich ziemlich standard ist, hatte der Amerikaner im aufeinandertreffen mit Justin Young das nötige Quentchen Glück:
Auf einem recht drawlastigen Board mit 9h6h5d spielte Young mit 11.000$ an und induzierte damit einen Checkraise auf 50.000$ von Phil Collins. Dass sein, nach dem Showdown offensichtlicher Move mit einem All-In beantwortet wurde, passte dem Amerikaner zwar allem Anschein nach ganz und gar nicht, der angeschlagene Internetprofi fühlte sich aber scheinbar committed und callte den Push mit 5h4h. Justin Young zeigte 6s6c und brachte seinen kränkelnden Kontrahenten damit in eine mehr als schlechte Ausgangsposition, mit der 7c auf dem Turn standen eigentlich alle Ampeln auf Hellgrün für Young. Doch gerade im Poker kommt es öfter anders als man denkt – und manchmal eben auch der Jh auf dem River.
Zu den prominenten Bust-Outs am Ende des Tages gehören Phil Helmuth, Chad Brown und Berry Greenstein. Mit Ach und Krach in den dritten Tag gerettet hat sich übrigens Joe Hachem, der aber mit 15 Big Blinds left am morgigen Abend schon reichlich zaubern müsste, um den Final Table noch zu erreichen. Nach dem heutigen Run eines leicht „vergifteten“ Internetprofis ist auf der WPT Legends of Poker dieses Jahr jedoch wohl alles möglich – also Daumen drücken.
Hier noch die aktuelle Top 5 in Chips sowie die offizielle Payoutstruktur:
| 1st Phil Collins |
898,000 |
| 2nd Andrew Frankenberger |
589,000 |
| 3rd JC Alvarado |
430,000 |
| 4th Kyle McCammond |
410,000 |
| 5th Tom Braband |
374,000 |
1st: $750,000
2nd: $370,000
3rd: $174,772
4th: $109,000
5th: $86,000
6th: $63,000
7th: $45,000
8th: $35,000
9th: $29,000
10th-12th: $24,000
13th-15th: $19,500
16th-18th: $15,500
19th-27th: $13,000
28th-36th: $11,500
37th-45th: $10,200

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