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Deutscher Doppelsieg am Sonntag: Der Krimi von Warnemünde endet um 1.33 Uhr
Dass wir auch nach der Ära Schumacher noch unglaublich schnell im Kreis fahren können wissen wir seit heute – wer hätte gedacht dass es auf der deutschen Poker-Meisterschaft ähnlich rasant zugeht? Warnemünde, um 1.33 Uhr: Die Sektkorken knallen; und dass vollkommen zu Recht - der neue deutsche Meister im Pokern heißt Florian Feldner und will nach tagelangem DPM Marathon endlich gekürt werden. Der Berliner setzte sich im mehrtägigen Event gegen ein 105 Teilnehmer starkes Feld und schließlich im Heads-Up gegen Willi „Dr. Big“ Breuer durch, nach einem Top 2 Deal gibt es für den frischgebackenen Champion neben dem Titel noch einen Obolus von 60.000 €. Aber was bedeutet der Titel „deutscher Poker Meister“ heute noch, verblasst er im Schatten der großen Bühne, der WSOP, den großen Europäischen Turnieren und der Manege des High Stakes Zirkus? Nur bedingt. Mit Sicherheit hält weder die Las Vegas Sun eine Laudatio auf Florian Feldner, den aufgehenden Star am deutschen Pokerhimmel noch werden Phil Ivey vor Schreck die Craps Würfel aus der Hand fallen. Allerdings ist die DPM jedoch nach wie vor das prestigeträchtigste rein deutsche Event, die eher überschaubare Teilnehmerzahl hängt viel mehr mit dem 2200 € teuren Buy-In und dem fragwürdigen 160 Spieler Cap zusammen. Abgesehen von der angesprochenen Problematik schafft es die DPM dennoch immer wieder, einen hochkarätigen Final Table zu produzieren der in Teilen überraschenderweise ein Abbild der Vorjahre darstellt: Neben den Heads-Up Kontrahenten Florian Feldner und Willi Breuer fanden sich unter anderem noch Jan Jachtmann, Vorjahressieger Lennart Holz und Yildiray Cam zur letzten All-In Schlacht des Abends ein. Der Poker Olymp Open Gewinner von 2008 verließ die Runde allerdings schon nach wenigen Augenblicken wieder in Richtung Rails, nach einem UTG Raise auf 37.000 Chips griff Jan Jachtmann am Button mit 80.000 Chips die Blinds an, sollte statt Dead Money einzusammeln jedoch selber welches produzieren, denn Lennart Holz pushte aus dem BB für 160.000 Chips All-In. Jachtmann foldete, die Kings hielten und Yildiray Cam ging mit einem respektablen 9. Platz und 4.000 € Preisgeld nachhause. Der neue Chipleader Lennart Holz machte weiterhin Druck, Jan Jachtmann stellte sich wenig später dem Duell mit Feldner. Nach einem Reraise auf 105k callte Jachtmann augenblicklich, der deutsche Meister coverte ihn zu diesem Zeitpunkt und gewann in einem vermeintlich knappen Showdown mit AT gegen A9 – Jan Jachtmann ging mit einem 4. Platz und 21.000 € Schmerzensgeld vom selben, Feldner kommentierte die Situation treffend: „Vierter!“. Um 1.21 Uhr erwischte es dann auch den Vorjahressieger Lennart Holz, nach einem Raise auf 42.000 Chips callte Feldner mit Q9, der Flop wirkte mit 6h9d8h zunächst ganz so, als sähe der ehemalige deutsche Meister mit 9h3h einer Titelverteidigung entgegen, sah nach dem All-In am Flop natürlich dass er leicht dominiert wurde und bekam auch leider keine Hilfe vom Board, so dass der Traum vom Doppelsieg erst mal wieder bis nach 2011 wegrückte.
Heads-Up!
Und es wurde wieder gedealt, allerdings nicht nur mit Karten: Das Duell Mr. Big versus Feldner begann ganz einvernehmlich, man einigte sich zunächst auf die Verteilung des Preisgeldes – 48.000 € für Nobel-Imbissbudenbesitzer Breuer und 60.000 € für Florian Feldner, dementsprechend war das anschließende Finale eine Sache von 10 Minuten. Das letzte Board der DPM 2010 bildete ein Dreierpärchen für Breuer, welches dieser mit Kx3x und einem All-In attackierte. Sein Berliner Konterfei callte ihn jedoch augenblicklich mit Pocket 5´s, was Mr. Big weniger Chancen gab als die Sparkasse Zinsen auf Festgeld. Das Board veränderte nichts mehr und der neue deutsche Meister stand fest: Florian Feldner. Der Berliner geht mit fast einem Drittel des 210.000 € schweren Preispools und viel wichtiger – Ruhm, Ehre und Meistertitel aus dem Casino Warnemünde, das etwas unterlaufene Turnier endete damit trotz geringer Dimensionen mit einem Knall, genau wie der anschließende Champagner. Prost.

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