Neuer Investor für Casinos Austria ?
Weltweit hat die Finanz- und Wirtschaftskrise den Menschen die Lust am Spielen ein wenig vertan, vor allem die Spielbanken und noblen Casinos merken (auch bedingt durch Rauchverbot und die Konkurrenz von Automaten- und Internetspielen) diese wirtschaftliche Tendenz immer mehr. Diese Entwicklung bekommen besonders die Casinos Austria zu spüren. Wir haben ja schon öfter über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Casinos Austria berichtet. Jetzt nagt die Wirtschaftskrise immer mehr an den Gewinnen der Casinos Austria, weshalb die Konzernführung mit der im Mai angedachten Suche nach einem finanzstarken Partner ernst machen wird. Konkret geht es um das in der Casinos Austria International (CAI) gebündelte Geschäft im Ausland und auf Schiffen. Dafür sucht der Glücksspielkonzern einen finanzstarken Investor. Überlegt wird ein Verkauf von bis zu 49 Prozent der CAI. Es sei zwar noch keine definitive Entscheidung gefallen, aber die Casinos Austria prüfen mehrere Optionen und haben vor allem schon Morgan Stanley als Berater für diesen Verkauf eingeschaltet. Und gerade die US-Bank Morgan Stanley kennt das Glücksspielgeschäft sehr gut, - sie wurde auch von MGM Mirage für den Verkauf von Spielstätten in den USA angeheuert.
Die Investorensuche ist ein zentrales Thema der nächsten Casag-Aufsichtsratssitzung am 23. September. Morgan Stanley soll ein Konzept vorlegen, wie die Hälfte der CAI am besten und lukrativsten verkauft werden kann. Infrage kommen große Fonds wie etwa Apollo und Texas Pacific (sie besitzen den weltgrößten Casinokonzern Harrah's) sowie kleinere Konzerne, die auf Glücksspiel spezialisiert sind. Die Preisvorstellung soll allerdings sehr hoch sein. Hinter vorgehaltener Hand wird von 500 bis 600 Mio. Euro geredet. Das Geld kann der heimische Glücksspielkonzern, der die Lizenz für zwölf Casinos im Inland und die Lotterien hält, gut brauchen, denn im Vorjahr fiel der Konzerngewinn um 15,5 Prozent auf 34,9 Mio. Euro. Im Auslandsgeschäft – lange Zeit nicht nur das Aushängeschild, sondern auch die Cashcow der Casinos, die im Inland nur mithilfe der Lotterien in der Gewinnzone blieben – halbierte sich der Ertrag auf 15,2 Mio. Euro.
Der Abwärtstrend setzte sich im ersten Halbjahr 2009 fort. Es wurden mehrere Verkaufsaktionen gesetzt. Auf die Entlastung durch den Gesetzgeber muss der Konzern warten. Die umstrittene Glücksspielgesetznovelle, die vor dem Sommer auf Eis gelegt worden ist, dürfte frühestens im Spätherbst kommen. Darin ist die Senkung der Glücksspielabgabe von 48 auf 30 Prozent vorgesehen. Gleichzeitig soll eine bundesweite Lizenz für Automatenspiel vergeben werden, was zusätzliche Konkurrenz bedeutet. Die Casag hat jedenfalls schon die Lobbyingmaschine angeworfen. Sie will mit aller Macht verhindern, dass die Lizenzen für die zwölf heimischen Spielbanken einzeln vergeben werden. Bereits ein Konkurrenzbetrieb in Wien würde „ein massives Bedrohungsszenario“ bedeuten. Wir werden sehen wie es mit den Casinos Austria weitergehen wird.

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