Die Krise der Casinos Austria – Teil II
Die Casino Austria AG steckt in der Krise und mit einigen Punkten will man versuchen dem entgegenzuwirken, - wie im letzten Artikel berichtet. Weitere Massnahmen sind die gezielte Einflussnahme auf die bevorstehende Gesetzesnovelle der österreichischen Bundesregierung zu erwirken. Gelingt dies, dann hätte die Casinos Austria AG eine höhere Flexibilität in der Standortwahl und bei Standortverlagerungen. Es würde zu Betriebsschließungen in Baden, Bregenz, im Kleinwalsertal und in der Kärntner Straße kommen. Im Gegenzug soll es eine Ausweitung der Standorte um die Betriebe Salzburg Stadt und Krems in der Angebotsform eines Jackpot-Casinos (Schwerpunkt Automaten mit reduziertem Livegame-Anteil) geben.
Ein Casino im Wiener Kursalon Hübner ist ebenfalls geplant. Der 6.480 Quadratmeter umfassende Palast soll 500 Automaten, 13 Roulette-, 16 Black-Jack- und sechs Poker-Tische führen und jährlich 602.000 Besucher anlocken. Ein wenig komplizierter ist die Durchsetzung der sogenannten „Apotheker“-Klausel, also der Verankerung eines Gebietsschutzes im Glücksspielgesetz. Grundsätzlich sollte es damit kein Problem ¬haben. Nur über den Radius wird gepokert. Die Casag will mindestens zehn Kilometer Abstand zwischen ihren Häusern und konkurrierenden Spielstätten. Das Finanzminis-terium will höchstens fünf Kilometer zulassen. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Für die Casag ist der Gebietsschutz ein zentrales Thema, denn ein Gebietsschutz entscheidet stark über eine positives Geschäftsentwicklung. Ein ausreichen¬der Gebietsschutz ist für die weitere Entwicklung der Casinos existentiell – wenn ein ausreichender Gebietsschutz (mindestens zehn Kilometer) nicht durchgesetzt werden kann, wird die Casag aus eigener Kraft nicht überleben können.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Cashcow Spielautomaten. Ab 2012 werden die Konzessionen für das Glücksspiel in Österreich neu ausgeschrieben. Laut aktuellem Stand kommen zwölf Casino-, eine Lotterien- und eine Automatensalon-Konzession unter den Hammer. Bislang war die Casag nur an Casino-Lizenzen interessiert. Doch das dürfte sich nun geändert haben. Der Betrieb von Automatensalons ist ein hochattraktives Geschäftsfeld mit einem operativen Betriebsergebnis von bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr, das die Casag unbedingt forcieren muss. Um das „Cashcow Automaten¬spiel“ sollte sich die Casag jedenfalls bemühen. Ein harter Konkurrent hierfür dürfte der Automatenkonzern „Novomatic“ sein. Wir werden jedenfalls an dieser spannenden Causa rund um die Casinos Austria AG und das Glücksspiel in Österreich weiter dranbleiben und berichten.

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