Noch nie sorgte das Geschehen an den teuren Tischen von Full Tilt Poker für solche Aufmerksamkeit wie im vergangenen Jahr. Schon zu Beginn von 2009 hatte Tom Dwan mit der durrrr-Challenge großes Aufsehen erregt und ab Ende Oktober brachen alle Dämme, als Isildur1 die Bühne betrat und fast bis Jahresende die Pokerwelt in Atem hielt. Extrem viel Geld wechselte so in einem actionreichen Jahr den Besitzer und die Hierarchie unter den besten Cashgame-Spielern der Welt wurde kräftig durcheinander gewirbelt. Doch ein Mann zählte auch 2009 zu den ganz großen Gewinnern – Phil Ivey. Zwar büßte er im abgelaufenen Jahr den Nimbus des größten Verdieners an Patrik Antonius ein, doch nach einem Plus von 7,3 Millionen Dollar im Jahr 2008 war auch 2009 mit einem Gewinn von 6,3 Millionen sehr positiv für den vermutlich besten Pokerspieler der Welt.
Nimmt man die gespielten Hände, fiel der durchschnittliche Gewinn Iveys sogar noch höher aus als die unfassbaren rund 9 Millionen Dollar Plus des Patrik Antonius. Der finnische Top-Star musste zwar in den 30.000 Händen der durrrr-Challenge einen recht klaren Rückstand hinnehmen, doch insgesamt feierte er das beste Jahr seiner Karriere. Womit wir auch schon bei seinem Gegner Tom Dwan wären, der ein extrem durchwachsenes Jahr erlebte und durch seine brutalen Niederlagen gegen Isildur1 letztlich ein Minus von 4,3 Millionen Dollar einstecken musste. Gleich zu Beginn des Jahres hatte Dwan nach seinem Vorjahresplus von 5,4 Millionen einen üblen Downswing erlitten, der ihn 5 Millionen gekostet hatte, und nachdem er sich davon erholt hatte, ging er gegen Isildur1 mit fliegenden Fahnen und einem Verlust von 6 Millionen unter, den er bis Jahresende nur noch teilweise wettmachen konnte. Sein schwedischer Herausforderer dagegen sorgte für eine nie da gewesene Popularität des High Stakes Poker im Internet.
Mit seinem extrem aggressiven Stil und seinen Mammutsessions brachte der bis heute nicht einwandfrei identifizierte Spieler Isildur1 die High-Stakes-Szene durcheinander und etablierte mit Brian Townsend, Brian Hastings und Cole South drei neue Spieler in den Top Ten der größten Gewinner. Neben Isildur1 und Tom Dwan gehören mit LarsLuzak, Gus Hansen und David Benyamine drei weitere renommierte Spieler zu den ganz großen Verlierern. Benyamine erzielte mit seinen beiden Nicks einen Verlust von 3 Millionen und Kelopuro, der bislang zu den soliden Gewinnern zählte, büßte gar 4 Millionen Dollar ein und ist mittlerweile wie Hansen an den 50 $/100 $-Tischen zu finden. Für alle drei stellt das Jahr 2009 einen bösen Karriereknick dar und es ist fraglich, ob oder wann sie sich restlos davon erholen können. Dieses Jahr 2010 wird zeigen, wer zu den Gewinnern und Verlierern der Pokerwelt gehören wird.