Der Fahndungsdruck war wohl doch zu groß: Bereits diesen Montag stellte sich einer der 4 Tatverdächtigen der Polizei, wie Associated Press nun berichtete. Die Selbstanzeige sei wohl auf anraten eines Anwalts geschehen.
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Rückblick: Am 6. März 2010 ereignete sich der wohl spektakulärste und zugleich amateurhafteste Raubüberfall in der Geschichte des deutschen Pokersports, als 4 maskierte und bewaffnete Männer in die Lobby des Grand Hyatt in Berlin eindrangen, um Startgelder in Höhe von über einer Million Euro zu erbeuten und jede Menge Fingerabdrücke zu hinterlassen. Ein Großteil der Beute konnte den Gangstern allerdings während eines Handgemenges mit der Security von einem Praktikanten entrissen werden, so dass dieses mit lediglich 242.000 € entkamen. Die mit Schusswaffen und Macheten bewaffneten Täter lösten unter den rund 400 Teilnehmern des Turniers eine Massenpanik aus, 7 Menschen wurden leicht verletzt. Der gesamte Überfall und die später teils demaskierten Gangster wurde außerdem auf Video festgehalten, den link zu den bewegten Bildern findet ihr unten.
Öffentlichkeitsfahndung erfolgreich
„Ich glaube, ihr sucht mich“ soll der Tatverdächtige 21 jährige bei einer Personenkontrolle am U-Bahnhof Rosenthaler Platz laut einem Polizeisprecher geäußert haben. Nach seiner Festnahme gab der Deutsche zu, am Überfall auf den European-Poker-Tour-Stop Berlin beteiligt gewesen zu sein und nannte zudem die Namen seiner 3 Komplizen:
•Ahmad el-Awayti, 20 Jahre, Nationalität unbekannt
• Jihad Chetwie, 19 Jahre, deutscher Staatsangehöriger
• Mustafa Ucarkus, 20 Jahre, türkischer Staatsangehöriger
Laut dpa soll sich einer der 3 Verdächtigen zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft befinden. Der Fluchtwagen, ein Mercedes, wurde ebenfalls aufgefunden, von den verbleibenden 2 Mittätern und der Beute fehlt aber bis auf den Anteil des Geständigen nach wie vor jede Spur.
„Das gestohlene Geld wurde sofort nach dem Überfall aufgeteilt“
So Frank Heller, Staatsanwaltschaft Berlin. Trotz der verbleibenden 2 Flüchtigen wird immer klarer, dass der Aktion statt guter Planung stupides „nadannmallos“ Denken zugrunde lag. Einzig der Zeitpunkt des Coups war glücklich gewählt, als die Startgelder vom Neben- in den Haupttresor verlagert wurden. Von da an wurden allerdings Fingerabdrücke hinterlassen, Beute verloren und das Kennzeichen des Fluchtwagens hätte man dann auch selber in den Polizeicomputer eingeben können.