Den meisten ist sie ein Begriff, jeder hat sie schon mal gemacht. Dennoch kommt man im Poker häufig in Standartsituationen, die man zwar manchmal instinktiv richtig löst, jedoch nicht vollkommen verstanden hat. Dabei ist es gerade bei Konzepten wie der Conti-Bet enorm wichtig, zu wissen warum und vor allem wann man sie anwendet.
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Die Idee der Continuation-Bet basiert eigentlich auf einer simplen Statistik:
Hält ein Spieler 2 Karten mit unterschiedlichen Wertigkeiten, hilft ihm der Flop nur in ca. 33 % der Fälle ein Paar oder besser zu bilden. Zu 67% verfehlt er also das Board, das sind 2 von 3 Versuchen. Daher macht es Sinn, Stärke die man vor dem Flop gezeigt hat nach dem Flop weiterzuführen, sprich eine Conti-Bet zu setzen.
Das Prinzip ist also einfach: Wir raisen preflop und betten am Flop erneut, unabhängig davon ob wir getroffen haben oder nicht. Dabei ist es wichtig, dass wir die Initiative behalten, d.h. am Flop sollte vor uns niemand gesetzt haben.
Kleines Beispiel:
Wir sitzen in einem 0.5$/1$ NL-Hold´em Ringgame im Button und halten eine drawing Hand wie 9s10s. Alle folden zu uns und wir setzen 3$. Der SB foldet und der BB callt. Ein Call aus dem Big blind kann hier erstmal alles sein, von Blinddefense bis zu absolutem Crap mit dem er vielleicht Postflop auf Schwäche von uns raisen will. Der Flop kommt Kd8h3s und ist damit der absolute Traum für unsere Continuation Bet, da er keine draws zulässt und wir durch unser Preflopraise den König gut represäntieren können. Wir könnten in Villians Augen also in etwa diese Range halten: AK,KQ,KJ,KT Wir setzen 4$, also etwas weniger als 2/3 des bereits 6,50$ großen Pots und sehen in jedem Fall so häufig einen Fold, dass die Bet profitabel wird.
Schlechte Continuation-Bet boards
Das ganze geht natürlich auch umgekehrt. Wir befinden uns im Cut-off mit KsQd und haben ausser einem Limper in Early Position und den Blinds keine Gegner mehr. Da ein Limp aus EP 10 handed meistens auf schlechtes Spiel, Alkohol oder beides hindeutet gehen wir natürlich drüber und raisen auf 3$. Wir bekommen den erwarteten Call von unserem limpenden Freund, leider geht auch der Big blind mit. Der Flop zeigt 7h8h9h und ist damit absolut nicht für eine Conti-Bet geeignet, da er alle möglichen draws zulässt und die Range unsere beiden Villians hier gut getroffen haben könnte. Ein ziemlich klarer Check um am Turn auf eine Freecard neu zu „evaluieren“ (die Situation neu einzuschätzen).
Ausblick: Mehr zu gutem und vor allem profitablen Turnplay findet ihr im gleichnamigen Artikel.