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Zurueck zur no Limit Strategie

Gutes Turnplay

Wenn es im Poker ein buch – und abendfüllendes Thema gibt, dann ist es richtiges Postflopspiel. Und es werden Bücher damit gefüllt, in der Vergangenheit genauso wie heute und in Zukunft. Poker ist ein Spiel mit extrem hohem Informationsgehalt und wenig bis gar keinen Standardentscheidungen – dafür mit haufenweise ähnlichen Situationen. Ich müsste also ziemlich an der Schriftgröße basteln um die gesammelten Werke über gutes Turnplay in diesem Artikel unterzubringen, einige essentielle Denkansätze und sog. „lines“ am Turn kann und werde ich aber aufzeigen.


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Fehler minimieren – Value maximieren

Die meisten (denkenden – und das sind i.d.R. nicht viele) Spieler haben ein einigermaßen durchdachtes Preflopspiel und werden auch am Flop keine unglaublichen Fehlentscheidungen treffen. Am Turn trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen, hier wird Value liegengelassen und in Monster reingefeuert was die Bankroll hergibt. Außerdem vergessen viele, dass hier bereits die Weichen für River und Showdown gestellt werden, was uns zu ihrem eigentlichen Fehler führt:

Sie haben keinen Plan. Und das meine ich wortwörtlich. Wenn es eine Sache gibt die gute und schlechte Spieler unterscheidet, dann vor allem dass einer von beiden einfach ein Level weiterdenkt. Deswegen sollte man in seine Entscheidung am Flop den Turn und idealerweise den River bereits mit einbeziehen, was natürlich aufgrund der sich z.T. stark verändernden Situation nicht immer leicht ist. Dabei gibt es auch am Turn genau 3 sinnvolle Arten zu spielen:

- For Value

- For Protection

- For Potcontrol

-Als Bluff/Semibluff

Alle unsere Entscheidungen werden von einem oder mehreren dieser 4 Grundpfeiler getragen. Eine essentielle Frage sollte außerdem immer und immer wieder im Kopf eines guten Spielers auftauchen: Welche schlechtere Hand callt mich hier noch, welche bessere wird folden. Dazu sollte man sich in jedem Fall angewöhnen in Ranges zu denken.

Weiter geht’s in Teil 2 – mit einigen Beispielhänden.

4 Beispielhände zu Valueplay, Protection, Turnbluff und Potcontrol

Hand 1 – For Value

Wir sitzen mit 7h8h im Button und turnen mit 2s10h9h6h die absoluten Nuts. Wir raisen seine c-bet am Flop nun bereits zum 2. Mal in Folge und haben so einen schönen Pot aufgebaut. Normalerweise ist es auf so einem Board schwer noch Value von jemandem zu bekommen der nicht gerade ein Set oder den Flush hat. Hier haben wir aber nachgedacht und am Flop bereits unser Image in die Entscheidung mit einbezogen, welches durch die beiden Raises auf seine Conti recht aggressiv sein dürfte. Wir betten also in jedem Fall, allerdings nicht Potsize sondern ein bisschen mehr als den halben Pot um ihm die Gelegenheit zu geben zu bluffen.

Hand 2 – For Potcontrol

Wir befinden uns mit AsJs im Cut-Off und haben am Turn mit 9sAh10 2d immer noch Toppair/goodkicker – Villian hat durch einen Raise am Flop allerdings Stärke gezeigt und wir sehen ihn eher als Regular auf unserem Limit als als besoffenen Donkey. Um möglichst billig zum Showdown zu kommen gibt es jetzt 2 Möglichkeiten: Der obvious Check, oder wir wählen die Betsize so geschickt dass er Turn und River auch mit besseren Händen nur callen wird. Das große Problem bei einem Check ist allerdings die praktisch nicht vorhandene Chance auf einen Check-behind und die Tatsache, das wir die Betsize dann nicht mehr bestimmen können. Wir betten also. Wieviel hängt jetzt davon ab ob wir ihn im schlimmsten Fall auf ein besseres Ass/evtl noch bottom 2pair oder ein Set setzen. Etwas über halbe Potsize bietet sich in ersterem Fall gegen Villian durchaus an, da er sich mit AQ/AK (wenn er weak ist evtl. noch mit 9T) eventuell getrappt fühlt und eher zum callen tendiert. Sollte er ein Set haben wird er die Einladung natürlich desöfteren annehmen und uns raisen. Hier können wir eigentlich nicht viel tun, durch die Information haben wir dann aber auch den easyfold.

Hand 3 – For Protection

Eine Bet for Protection ist in erster Linie natürlich auch eine Bet for Value – wir wollen ja das Geld von schlechteren Händen (u.a. draws) reinbekommen. Wir haben also shorthanded 77 UTG geraised und floppen das Set. Der Turn ist mit 8s7h4c5c allerdings eher unglücklich, zumal wir noch 3handed sind. Wir müssen also in jedem Fall weiter protecten, zusätzlich zur Straight könnte jemand den FD aufgegabelt haben. Außerdem ist die Bet gut für Potbuilding, sollte sich der River pairen.

Hand 4 – Turnbluff

Den Turnbluff ziehen wir in erster Linie als second Barrel durch – gegen Gegner die den Flop oft callen um zu sehen wo Sie stehen aber am Turn leicht loslassen können. Mit Ks5h8cJd ist das Board für unser Pocket 44 zwar kein Traum, da wir aber vom Button geraised haben eigentlich wie gemacht für eine 2. Bet am Turn. Wir represäntieren den King und den Jack gut genug, um ihn hier oft genug von sowas wie A5,56,45 oder any 8 runterzuholen.