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Position am Pokertisch richtig spielen

Mit ihr bist du alles – ohne weniger als nichts. Position ist (zusammen mit einer profitablen Auswahl deiner Starthände) das wichtigste und gleichzeitig eines der dynamischsten Konzepte im No Limit Texas Hold´em. Position verändert das Spiel – für dich genauso wie für deinen Gegner. Sitzt du in guter Position am Pokertisch, bringt das für dein Spiel erhebliche Vorteile, während eine schlechte Position selbst vermeintlich gute Hände zu loosern machen kann. Wie aber wirkt sich positionsbezogenes Spiel im Detail auf deine Winrate aus; und warum wird die Lage für uns besser, je näher wir uns am Button befinden?

Was ist überhaupt Position?

Eure Position am Pokertisch ist ganz einfach der Platz auf dem ihr sitzt – bezogen auf die Position des Kartengebers( Button ). Gezählt wird im Uhrzeigersinn, also Small Blind, Big Blind, Early Position, Middle Position, Late Position (hierzu gehören der Cut-Off und der Button). Eure Position gibt des Weiteren an, wann ihr mit eurem Spiel dran seid. Vor dem Flop fängt ausnahmsweise die Position links vom Big Blind an, ab dem Flop startet dann immer die Position links vom Button, der Kartengeber beendet die Runde.

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Gewinner durch Position

Nun, eins vorweg: Positionsbewusstes Spiel wirkt sich im Gegensatz zur Alternative in ERHEBLICHEM MAßE positiv auf unsere Winrate aus. Das liegt ganz einfach daran, dass wir „in Position“ einen großen Vorteil gegenüber unseren Gegnern besitzen: Die Information. Ihr reagiert statt zu agieren; und das macht im Poker einen riesigen Unterschied aus. Kleines Beispiel: Ihr sitzt mit AKo am Button und seht euch auf einem As2s5d9s Board entweder meilenweit in Führung oder von einem Flush bzw. Set so gut wie hoffnungslos geschlagen.

Euer Gegner hat den Flop bereits gebettet und checkt jetzt zu euch, was erst mal viel heißen kann. Entweder hält sowas wie AQ,AJ,AT oder ein kleineres Ass (Asse werden gerade auf den unteren Limits sehr gerne gespielt) und fürchtet sich vor der 9s, oder er hält tatsächlich den Flush und versucht euch mit seinem „tricky Play“ in eine Bet zu locken. Ihr könnt jetzt entweder den Checkbehind nehmen und am River neu evaluieren (die Situation neu bewerten) oder einfach betten. Die 2. Option ist hier meistens die bessere, da ihr auf diesem Weg noch Value von AQ,AJ, AT etc. bekommt und bei einem Raise wisst wo ihr steht. Ihr habt den Pot unter Kontrolle.

Betrachten wir uns das ganze aber mal umgekehrt: Selbe Situation, doch diesmal habt ihr die Initiative. Natürlich bettet ihr den Flop, allerdings kann es hier, im Gegensatz zum ersten Beispiel, schon passieren das ihr geraised werdet. Am Turn das gleiche Problem: Wenn ihr checkt, bekommt ihr in 90% der Fälle eine weitere Bet, ganz einfach weil die 9s so schön gefährlich aussieht. Und was machen wir am River? Mit TPTK ein All-In callen? Durch die Tatsache, dass wir hier „out of Position sind, verlieren wir vollkommen die Kontrolle über den Pot und somit auch über die Hand. Ihr seht, durch das Spiel „out of Position“ werdet ihr in viele schwierige Entscheidungen verwickelt, die sich mit einer positionsbewussten Spielweise ganz einfach umgehen lassen.

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Late Position: Der profitabelste Platz am Tisch

Sicher ist euch schon aufgefallen dass im SHC an später Position viel mehr Hände als in früher Position gespielt werden – die Gründe dafür sind eigentlich recht simpel.

Unter den Händen T9s-54s, sogenannten „suited connectors“ findet ihr im Chart in Late Position den Eintrag „RAISE“. Das hat folgenden Hintergrund: Durch eure späte Position am Tisch befindet ihr euch besonders oft in „multiway Pötten“, das heißt Pötten mit mehreren Gegenspielern. Und genau in diesen Situationen sind Hände wie T9s wirklich ausgezeichnet, da sie leicht sehr starke Hände oder Draws floppen können, die für eure Kontrahenten nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen sind. Durch euren Positionsvorteil und die vielen Gegenspieler lassen sich zu solchen Gelegenheiten auch mit sehr starken Händen leicht Monsterpötte generieren.

Ein zweiter und eigentlich noch wichtigerer Punkt (weil er konstant vorkommt) ist die Position zu den Blinds. Am Button befindet ihr euch immer links neben Small und Bigblind, was einen weiteren, erheblichen Teil zu eurer Winrate beisteuern kann, wenn ihr diesen Vorteil richtig Ausnutzt. Da die Blinds sich ihre Karten nicht aussuchen können, halten sie auch in den meisten Fällen schlichtweg eine Menge Müll. Schlechte Karten für eine weiterspielen nach einem Raise, oder? Nun, aus diesem Grund können wir aus dem Cut-Off (die Position vor dem Button) und dem Button auch sehr viele Hände raisen, einfach in dem Wissen, dass die Blinds die meisten ihrer Hände folden werden. Wenn ihr aus den späten Positionen also konstant die Blinds einsammelt, wird das eurer Bankroll auf lange Sicht mehr als guttun.