Frankreich pokert weniger online

Frankreich hat sich ebenso wie Spanien und Italien dazu entschlossen, Onlinepoker zu regulieren. Jedoch mit dem Wehrmutstropfen, dass seine Bürger nur unter sich spielen können. National pokern ist aber bei Weitem nicht so attraktiv für die Spieler, was sich auch in den Statistiken der Pokerräume wiederspiegelt.

21 Prozent weniger Umsatz

Die französische Regulierungsbehörde ARJEL hat die Umsatzstatistiken für das dritte Quartal veröffentlicht. Aus ihnen geht hervor, dass die Pokeranbieter 21 Prozent weniger Umsatz generiert haben, Damit sinken natürlich auch die Erwartungen hinsichtlich der Steuerabgaben. In den ersten neun Monaten diesen Jahres hat man bislang 17 Prozent weniger eingenommen, als in 2012. Die Cashgames haben komplett abgebaut, die Einnahmen durch Turniere sind leicht gestiegen. Insgesamt steht aber ein dickes Minus in der Statistik.

Dies erkennt man auch am Poker-Traffic. In 2012 waren 150.000 Spieler pro Woche aktiv, mittlerweile können die Pokerräume froh sein, wenn es 100.000 sind. Damit ist mehr als ein Drittel abgesprungen, tummelt sich womöglich auf illegalen Seiten oder bleibt dem Onlinepoker komplett fern.

Die Ursachen?

Es gibt zwei Gründe, die den Weggang der Pokerspieler bedingen. Zum einen wären da die hohen Steuern, welche Frankreich von den Pokeranbietern verlangt. Diese sind immer ein heißes Thema, weil sie den finanziellen Spielraum der Unternehmen bestimmen. Je größer dieser ist, desto mehr Aktionen können die Pokerräume realisieren. Doch der Einfluss der Abgaben kann nicht so hoch sein, denn in Italien wird ein ähnlicher Steuersatz verlangt. Dort sind in derselben Zeit aber noch mehr Spieler abgewandert.

Beiden Ländern liegt aber zugrunde, dass die Spieler nur auf nationaler Ebene ihre Gegner finden können. Poker ist ein weltoffenes Spiel, das die Kulturen zusammenbringt, aber Länder wie Frankreich oder Italien wollen dies nicht. Auf diese Weise können sie die Regulierung leichter kontrollieren, heißt es in der Begründung. Doch genau dies könnte Frankreich jetzt das Genick brechen. Wenn irgendwann nicht mehr genug Spieler die Plattformen nutzen, übersteigen die Einnahmen nicht mehr die Kosten und dann müssen sich einige Anbieter vom Markt zurückziehen. Mal sehen, ob die Regierung auf den neuesten Bericht der ARJEL reagiert.

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Allgemein